
Katze gefunden: Was ist zu tun?
Nicht jede Katze draußen ist hilfsbedürftig. Viele Freigängerkatzen sind sehr gerne unterwegs, obwohl sie ein tolles Zuhause haben. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Hilfe wichtig ist. Anzeichen für notwendige Hilfe:
- verwahrloster Zustand wie z. B. stumpfes / dreckiges Fell, vollgesaugte Zecken oder andere Parasiten, tränende Augen, dreckige Ohren, abgemagert
- Achtung: Besonders ältere Katzen neigen dazu, vermeintlich verwahrlost zu sein, wenn ihnen die Fellpflege schwerer fällt oder der Appetit ausbleibt.
- wirkt verirrt, läuft fremden Menschen hinterher, kauert längere Zeit in einem Versteck
- DRINGEND Hilfe benötigt:
- offensichtlich verletzt
- Kitten
- eingesperrt in einem Keller oder in ähnlicher Notlage
Wenn Du die Katze einfach nicht zuordnen kannst, sie jedoch nicht in kritischem Zustand ist, versuch zunächst herauszufinden, ob die Katze ein Zuhause hat. Sprich das Umfeld an, frag in der Nachbarschaft, häng z. B. auch Zettel auf oder setz in passenden Facebookgruppen Posts ab mit der Frage „Kennt jemand diese Katze?“. Wenn Du die Katze gut anfassen kannst, eignet sich mitunter ein leicht reißendes(!) Halsband aus Back- oder Krepppapier mit Deinem Kontakt darauf. Sollte sich trotz mehrerer Versuche und entsprechender Zeit niemand finden, kannst Du:
- Dir ein Chiplesegerät für 20-30 Euro zulegen und schauen, ob die Katze einen über TASSO / FindeFix registrierten Chip hat.
- die Ohren auf Tattoos untersuchen und diese über TASSO / FindeFix prüfen lassen.
- die Katze bei TASSO / FindeFix und Tierheim(en) als gefunden melden.
- die Katze nach vorheriger Absprache zum Tierheim oder einer tierärztlichen Praxis bringen, damit dort nach einer Kennzeichnung geschaut wird.
- uns kontaktieren, falls Du Dich der Katze nicht nähern kannst und Hilfe benötigst.
- AUF KEINEN FALL: Du darfst definitiv NICHT eine Katze einfach mitnehmen, behalten, weggeben oder ähnliches. Das wäre Fundunterschlagung. Jede nicht zuzordnende Fundkatze ist unbedingt zu melden. Am besten wendest Du Dich dafür an das jeweils zuständige Tierheim und/oder das Ordnungsamt. Lass Dich beim Ordnungsamt nicht abwimmeln.
Sollte die Katze schwer verletzt oder erkrankt sein und somit dringend Hilfe benötigen:
- Katze sichern und in die nächste Tierarztpraxis bringen – möglichst nach vorheriger Absprache
- WICHTIG: Du als Finder:in bist nicht verantwortlich für entstehende Kosten! Sollte sich kein/e Besitzer/in finden, so ist die Gemeinde zuständig dafür. Die Tierarztpraxis hat die Kosten für Notfallbehandlungen mit der Gemeinde abzurechnen. Die Beurteilung, ob eine Verletzung oder Erkrankung eine Notfallbehandlung erfordert, liegt bei der Tierärztin oder dem Tierarzt und nicht bei der Gemeinde!
- Lesetipp: „Fundtiere in der Tierarztpraxis: Keine Patienten zweiter Klasse“ und „Fundkatzen in der Tierarztpraxis Praxisleitfaden für Tierärzt:innen: Rechtslage, Handlungspflichten & Kostenerstattung„
- Auch Streunerkatzen sind Fundtiere und liegen somit in der Verantwortung der Gemeinde.
Natürlich zählen angekratzte Ohren, ein wenig Schnupfen oder ähnliches nicht als Notfall. Sprich das örtlich zuständige Tierheim an, um eine solche Katze als Fundtier abzugeben, solltest Du keine/n Besitzer/in ausfindig machen können. Wenn Du das Tierheim nicht erreichst, kannst Du Dich auch an die nächste Tierarztpraxis wenden und um Hilfe bitten. Dasselbe gilt für Kitten, die keine Notfallbehandlung benötigen.
Du erreichst niemanden und die Katze braucht wirklich dringend Hilfe? Das ist ein Fall für die 112 oder 110.
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